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"Der Steppenwolf" zu Besuch an der Frankenlandschule

Schauspieler Julian W. Koenig brilliert als Harry Haller bei der nicht-öffentlichen Inszenierung von „hesse.steppenwolf“ 

„Das war wirklich eine ganz beeindruckende Aufführung!“ So kommentierte Oberstufenschüler Abdulrahman Safi von der Frankenlandschule die 60-minütige nicht-öffentliche Inszenierung von „hesse.steppenwolf“ des Klassenzimmertheaters THEATERmobileSPIELE aus Karlsruhe. „Der Steppenwolf“ (1927) von Hermann Hesse , der in den kommenden Abiturprüfungen im Fach Deutsch neben „Faust I“ von Goethe und „Der goldene Topf“ von E.T.A. Hoffmann wieder eine Pflichtlektüre darstellt, ist eigentlich ein 270-seitiger Roman. Man kann es als Glanzleistung bezeichnen, wie Regisseur Thorsten Kreilos den Roman zu einem Ein-Mann-Bühnenstück verdichtete. Schulleiter Torsten Mestmacher begrüßte zu Beginn die 60 Abiturienten der Frankenlandschule und der ZGB zu der geschlossenen Veranstaltung und betonte die Aktualität des Stückes, in dem Themen wie Sinnsuche, Materialismus, Fortschrittsgläubigkeit, Rückzug ins Private oder gesellschaftliches Engagement enthalten seien.
Dann begann Schauspieler Julian W. Koenig auf einer durchgehend weißen Bühne, auf der die wenigen Requisiten umso mehr ins Auge fielen, die Geschichte des innerlich zerrissenen „Steppenwolfs“ Harry Haller darzustellen. Dieser ist ein vergeistigter Einzelgänger Anfang 50, der in einer Lebenskrise steckt. Zwei Seelen liegen in ihm im Widerstreit: Das Animalische und das Menschliche, Trieb und Geist. Im Verlauf der Handlung wird er lernen, dass seine Seele doch aus viel mehr Teilen besteht. Aber bis dahin lebt er vereinsamt und zurückgezogen und verachtet das Bürgertum, dennoch sehnt er sich nach der Behaglichkeit und Geborgenheit eines bürgerlichen Heims. Nachts streift er durch die Stadt, geht in Kneipen, trinkt, raucht, ist mit einem Leben unzufrieden und spielt mit Selbstmordgedanken. Sinnsuche und Selbstsuche beherrschen sein Dasein am Rande der Verzweiflung. Seine Rettung ist das „Magische Theater“, in das nur Verrückte eintreten können. Dort begegnet er weit mehr Facetten seines Ichs, als er sich zu Beginn vorstellen kann. Er lernt im Lachen über sich selbst, seine menschliche Existenz nicht zu ernst zu nehmen.
Um die Handlung und die verschiedenen Personen darzustellen, griff die Regie auf Projektionen auf den Wänden und Einspielungen auf einem Bildschirm zurück. Harry Haller trat auf diese Weise in Interaktion mit den weiteren Figuren des Romans – mit Hermine, Maria, Gustav oder Pablo. Eindrucksvoll inszeniert waren die Szenen im Spiegelkabinett des Magischen Theaters.
An die Vorstellung schloss sich ein Nachgespräch mit Medienpädagogin Carmen Donet und Schauspieler Julian W. Koenig an. Hier äußerten sich die Schüler beeindruckt über das Gesehene, stellten aber auch konkrete Fragen zur Inszenierung und zur notwenigen Vorbereitung des Schauspielers, die ihnen sehr nachvollziehbar erklärt wurden. Regisseur Thorsten Kreilos, Medienpädagogin Carmen Donet und Schauspieler Julian W. Koenig ist mit diesem Bühnenstück hervorragend gelungen, die wesentlichen Elemente des Romans zu erfassen und für die Schülerinnen und Schüler Deutungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

 
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