1.5 Musik vor 130 Jahren - Homepage Frankenlandschule

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Multimedia-Kurs der Berufsfachschule erweckt 130 Jahre alte Musik wieder zum Leben
Digitale Rekonstruktion eines 130 Jahre alten Violinstückes
 
Bereits zur Kaiserzeit galt die Geigenschule der Komponisten Heinrich Hohmann und Christian Heim als ein Klassiker der Musikpädagogik. So auch ein, in den Archiven der Frankenlandschule entdecktes, Exemplar aus dem Jahre 1891. Jeden, der ein solch historisches Werk in Händen hält, dürfte wohl dieselbe Frage umtreiben: Wie mag wohl jene Musik, die vor 130 Jahren abgedruckt worden war, geklungen haben? Eine Frage, die auch die Schülerinnen und Schülern des Multimedia-Kurses der Berufsfachschulklasse 2BFW2/1 beschäftigte, als ihnen ihr Fachlehrer Jörn Hahn das Werk vorstellte. Eine Internetrecherche ergab, dass ein Großteil der abgedruckten Stücke wohl niemals vertont und aufgenommen worden war und somit der Nachwelt, sofern man nicht selbst das benötigte Instrument beherrschte, letztendlich verschlossen blieb. Nichtsdestotrotz vermochten es die Schülerinnen und Schülern diesen Musikstücken wieder Leben einzuhauchen und sie für die Nachwelt erlebbar werden zu lassen. Unter Anwendung ihrer bislang erworbenen Fachkenntnisse und individuellen Kompetenzen im Bereich Audiobearbeitung, die sie sich über die letzten Monate im Rahmen des Multimedia-Unterrichts angeeignet haben, gelang es Ihnen unter Anleitung ihres Fachlehrers mithilfe verschiedener Computerprogramme ein beeindruckendes, digitales Klangbild einzelner Musikstücke herzustellen. Ein sehr aufwändiger Prozess: Viele der Werke umfassten hunderte von Noten, die einzeln digital rekonstruiert werden mussten. Hinzu kam, dass die Komponisten ihre zumeist mehrstimmigen Werke mit vielen musikalischen Raffinessen ausgestattet hatten, die sich nur mit größtem Aufwand „ins Digitale übersetzen“ ließen. Am Ende jedoch lohnte sich der Aufwand: Dank ihres Einsatzes können nun etliche Musikstücke, darunter auch mehrere Duette für die Violine, die seit vielen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten waren, wieder in ihrer akustischen Schönheit bestaunt und über den YouTube-Kanal der Frankenlandschule jederzeit angehört werden. Auf diese Weise entstand trotz der schwierigen Bedingungen in diesem Jahr im Rahmen des Multimedia-Unterrichtes ein Projekt, welches auf besondere Art und Weise zeigt, dass Gegenwart und Vergangenheit keine Gegensätze sein müssen. Neben den technischen und fachlichen Herausforderungen bot es den Schülerinnen und Schülern auch die Gelegenheit in das Genre der klassischen Musik einzutauchen, welches in ihrer direkten Lebenswelt leider kaum noch verortet ist. Und doch finden sich Motive klassischer Werke in vielen Filmen, Serien, modernen Musikstücken und auch in Computerspielen ohne, dass sie den Rezipienten explizit auffallen. Umso erstaunlicher für die Jugendlichen, wenn sie erfahren, dass die ihnen bekannten Melodien oftmals hunderte von Jahren alt sind. Eine Tatsache, die das Interesse der Jugendlichen an diesem Projekt weiter gesteigert hat. Ein Projekt, welches durchaus das Potential haben dürfte, die Faszination der Schülerinnen und Schüler für Musik, Kultur, Geschichte und natürlich den Möglichkeiten moderner Technik zu wecken.   

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